Typische Mängel aus der Praxis
Reale Beispiele aus laufenden Gutachten – anonymisiert dokumentiert. Die Galerie wird laufend ergänzt.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
Kabel liegen ungeschützt auf der Dachhaut
DC-Leitungen wurden ohne Schutzrohr oder Kabelkanal direkt auf den Dachziegeln verlegt. Durch UV-Strahlung, Temperaturwechsel und Scheuern an den Ziegelkanten altert die Isolierung deutlich schneller – mit der Folge von Erd- und Kurzschlüssen sowie erhöhter Brandgefahr. Fachgerecht müssen DC-Leitungen scheuerfrei, UV-beständig und mechanisch geschützt geführt werden.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
Gequetschtes Kabel erzeugt Isolationsfehler und Kurzschlüsse
Die DC-Leitung wurde direkt zwischen Modulklemme und Montageschiene eingeklemmt. Der dauerhafte Druck verformt die Isolierung, schädigt die Kupferlitzen und führt mittelfristig zu Isolationsfehlern, Lichtbögen und Kurzschlüssen. Solche Quetschstellen sind eine der häufigsten Brandursachen an PV-Anlagen – Kabel müssen stets frei und scheuergeschützt geführt und mit UV-beständigen Klemmen fixiert werden.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
Ziegel schlampig ausgespart
Für die Durchführung der Kabel bzw. die Befestigung der Dachhaken wurde der Ziegel unsauber ausgebrochen statt fachgerecht zugeschnitten. Die offene Stelle ist nicht regensicher: Schlagregen, Schnee und Flugschnee gelangen ungehindert unter die Eindeckung. Folgen sind durchnässte Dämmung, faulender Dachstuhl, Schimmel und im Winter Frostsprengung weiterer Ziegel. Aussparungen müssen sauber geschnitten und der Bereich mit Unterspannbahn, Manschette oder Blecheinfassung wasserdicht ausgeführt werden.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
Module stoßen aufeinander – fehlender Dehnungsabstand
Die Module wurden ohne den vorgeschriebenen Mindestabstand verlegt und liegen direkt aneinander. PV-Module dehnen sich bei Sonneneinstrahlung und Temperaturwechseln (oft 60–80 °C Unterschied im Jahresverlauf) merklich aus. Fehlt der Dehnungsspalt, entstehen Druckspannungen, die zu Glasbruch, Mikrorissen in den Zellen, beschädigten Rahmen und gelösten Klemmverbindungen führen. Herstellervorgaben sehen je nach Modul typischerweise mehrere Millimeter Abstand zwischen den Rahmen vor – dieser muss bei der Montage zwingend eingehalten werden.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
Unterkonstruktion mit Schienenabschnitten unterbaut
Um Höhenunterschiede auszugleichen, wurden lose Schienenreste unter die Montageschiene gelegt und auf den Dachziegeln abgestützt. Die punktuelle Last drückt direkt auf die Ziegelwölbung – bei Wind, Schnee und thermischer Bewegung entstehen Risse und Brüche in der Eindeckung. Folge sind Wassereinbruch, durchnässte Dämmung und Schäden am Dachstuhl. Höhenausgleich muss über die Dachhaken bzw. zugelassene Ausgleichselemente direkt am Sparren erfolgen – niemals durch lose Bauteile auf dem Ziegel.

Bildbeispiel – KI-generiert, dient der Veranschaulichung
DC-Leitungen und Potentialausgleich an scharfen Kanten geführt
Die Einführung der DC-Leitungen und des Potentialausgleichs wurde ungeschützt über scharfe Blech- und Ziegelkanten geführt. Durch thermische Längenänderung, Windbewegung und Vibrationen reibt die Isolierung dauerhaft an der Kante – Mantel und Aderisolierung werden mit der Zeit durchgescheuert. Folgen sind Isolationsfehler, Lichtbögen, Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall ein Anlagenbrand. Auch der Potentialausgleich verliert durch Beschädigung seine Schutzfunktion. Kanten müssen mit Kantenschutz, Schutzschlauch oder Tüllen versehen und die Leitungen scheuerfrei in ausreichendem Abstand verlegt werden.
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